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Deutsche Staatsbürgerschaft 2026: Was Sie für den deutschen Pass wirklich brauchen

Fünf Jahre in Deutschland, Deutsch auf B1-Niveau, gesicherter Lebensunterhalt und bestandener Test. Die Regeln für die Einbürgerung haben sich erneut geändert.

Deutsche Staatsbürgerschaft 2026: Was Sie für den deutschen Pass wirklich brauchen

Fünf Jahre in Deutschland, Deutsch auf B1-Niveau, ein gesicherter Lebensunterhalt und ein bestandener Test. Der Weg zum deutschen Pass ist heute kürzer als noch vor einigen Jahren, doch die Regeln wurden erneut geändert. Das GlobalTalent24 Team hat geprüft, welche Voraussetzungen nach den aktuell geltenden deutschen Vorschriften tatsächlich erfüllt werden müssen.

Die deutsche Staatsangehörigkeit hat in den vergangenen Jahren eine der größten Reformen der jüngeren Geschichte des Landes durchlaufen. Die 2024 eingeführten Regeln erleichterten die Einbürgerung deutlich, doch ein Teil davon wurde inzwischen erneut geändert.

Die wichtigste Information für Ausländer, die heute einen Antrag stellen möchten, ist einfach: Für die reguläre Einbürgerung sind mindestens fünf Jahre rechtmäßiger und gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland erforderlich.

Die Möglichkeit, bereits nach drei Jahren eingebürgert zu werden, die zeitweise für Personen mit besonderen Integrationsleistungen galt, wurde abgeschafft. Die neue Regelung trat am 30. Oktober 2025 in Kraft.

Fünf Jahre sind nicht die einzige Voraussetzung

Allein die in Deutschland verbrachte Zeit reicht nicht aus.

Antragstellende müssen ihre Identität und Staatsangehörigkeit nachweisen und über ein geeignetes Aufenthaltsrecht verfügen. Das Gesetz verlangt außerdem, dass sie – vorbehaltlich gesetzlich vorgesehener Ausnahmen – den Lebensunterhalt für sich und unterhaltsberechtigte Familienangehörige ohne den Bezug bestimmter Sozialleistungen sichern können.

Eine zentrale Voraussetzung bleibt die Kenntnis der deutschen Sprache. Im Regelfall sind mindestens Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen erforderlich.

Erforderlich sind außerdem Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland. Diese werden meist durch den bestandenen Einbürgerungstest nachgewiesen.

Der Test kostet derzeit 25 Euro. Der offizielle BAMF-Fragenkatalog zur Vorbereitung enthält 300 allgemeine Fragen und zehn Fragen zum jeweiligen Bundesland der Kandidatin oder des Kandidaten.

Was außerdem geprüft wird

Die Einbürgerung ist nicht nur eine Verwaltungsfrage von Aufenthaltsdauer, Sprache und Beschäftigung.

Die antragstellende Person muss sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung Deutschlands bekennen. Das Gesetz sieht außerdem ein Bekenntnis zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft und ihre Folgen vor, insbesondere für den Schutz jüdischen Lebens, sowie zum friedlichen Zusammenleben der Völker und zum Verbot der Führung eines Angriffskrieges.

Auch strafrechtliche Verurteilungen können einer Einbürgerung entgegenstehen. Die zuständige Behörde prüft dabei den konkreten Einzelfall nach den gesetzlichen Vorgaben.

Mehrstaatigkeit ist möglich

Deutsche Staatsbürgerschaft 2026 – Voraussetzungen für Einbürgerung und deutschen Pass

Für viele Menschen aus dem Balkan ist dies eine der wichtigsten Änderungen.

Nach deutschem Recht ist es bei der Einbürgerung grundsätzlich nicht mehr erforderlich, die bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben. Mehrstaatigkeit ist in Deutschland grundsätzlich zulässig.

Dabei gibt es jedoch einen wichtigen Punkt: Dass Deutschland die Beibehaltung der bisherigen Staatsangehörigkeit erlaubt, bedeutet nicht automatisch, dass auch der bisherige Heimatstaat dies zulässt. Vor der Antragstellung sollten deshalb auch die Regeln des anderen Staates geprüft werden.

Wichtige Ausnahme für Ehepartner deutscher Staatsangehöriger

Fünf Jahre sind nicht in jeder Situation eine absolute Voraussetzung.

Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner deutscher Staatsangehöriger können bei Erfüllung der übrigen gesetzlichen Voraussetzungen nach drei Jahren rechtmäßigem Aufenthalt in Deutschland eingebürgert werden, wenn die Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft seit mindestens zwei Jahren besteht.

Dies darf nicht mit der früheren beschleunigten Einbürgerung nach drei Jahren aufgrund besonderer Integrationsleistungen verwechselt werden. Diese Möglichkeit wurde abgeschafft.

Kosten und Bearbeitungsdauer

Die Gebühr für die Einbürgerung beträgt derzeit 255 Euro pro Person. Für ein minderjähriges Kind ohne eigenes Einkommen, das gemeinsam mit den Eltern eingebürgert wird, beträgt die Gebühr in der Regel 51 Euro.

Hinzu können weitere Kosten kommen, etwa für Sprachnachweise, die Beschaffung von Dokumenten und den Einbürgerungstest.

Ein noch wichtigerer Faktor ist die Zeit.

Das offizielle deutsche Informationsportal weist darauf hin, dass das Verfahren je nach Einzelfall und zuständiger Behörde 18 Monate oder länger dauern kann. Vollständige Unterlagen bei Antragstellung können deshalb besonders wichtig sein.

Der Antrag wird bei der örtlich zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde gestellt. In einigen Städten und Gemeinden kann das Verfahren auch digital begonnen werden.

Was Sie vor dem Antrag vorbereiten sollten

In der Praxis verlangt die zuständige Behörde Unterlagen zum Nachweis von Identität, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus, Familienstand, Einkommen beziehungsweise gesichertem Lebensunterhalt, Deutschkenntnissen und den für die Einbürgerung erforderlichen Kenntnissen.

Die genaue Liste ist nicht für alle Antragstellenden gleich. Benötigt werden können zum Beispiel Reisepass, Personenstandsurkunden, Heiratsurkunde, Nachweis des Aufenthaltsstatus, Unterlagen zu Beschäftigung und Einkommen, ein B1-Zertifikat und der Nachweis über den bestandenen Einbürgerungstest.

Deshalb sollten die Unterlagen nicht ausschließlich anhand von Listen aus dem Internet zusammengestellt werden. Maßgeblich ist die Liste der Staatsangehörigkeitsbehörde, die für den Wohnort der antragstellenden Person zuständig ist.

Der deutsche Pass ist nicht mehr nur ein Ziel für Menschen, die seit Jahrzehnten im Land leben

Die Reform hat eines dauerhaft verändert: Der reguläre Weg zur Staatsangehörigkeit beginnt nun nach fünf Jahren rechtmäßigen Lebens in Deutschland, und Mehrstaatigkeit wird von deutscher Seite grundsätzlich akzeptiert.

Gleichzeitig zeigt die Abschaffung der Einbürgerung nach nur drei Jahren, dass sich die Vorschriften relativ schnell ändern können. Eine Information, die 2024 richtig war, muss heute nicht mehr aktuell sein.

Deshalb hat das GlobalTalent24 Team für diesen Beitrag den geltenden Wortlaut des deutschen Staatsangehörigkeitsgesetzes und die Informationen deutscher Bundesbehörden geprüft – nicht alte Ratgeber oder Beiträge in sozialen Netzwerken.

Wer sein Leben und seine Karriere in Deutschland erst plant, sollte wissen: Der Weg zur Staatsangehörigkeit beginnt lange vor dem eigentlichen Antrag. Ein stabiler Aufenthalt, Arbeit, Sprache und vollständige Unterlagen werden über Jahre aufgebaut.

Auf GlobalTalent24 können Sie ein Konto erstellen, Stellen bei Arbeitgebern in Deutschland finden und Ihren Lebenslauf sowie Bewerbungsunterlagen vorbereiten.

Offizielle Quellen

Bundesregierung: Neue Regeln für die Einbürgerung

Staatsangehörigkeitsgesetz, § 10 StAG

Staatsangehörigkeitsgesetz, § 9 StAG – Ehepartner deutscher Staatsangehöriger

Offizielles Portal der Bundesregierung: Einbürgerung.de

Offizielle Informationen zum Verfahren und zu den erforderlichen Nachweisen

Offizielle Fragen und Antworten zu Staatsangehörigkeit, Kosten und Bearbeitungszeiten

BAMF: Offizieller Fragenkatalog für den Einbürgerungstest

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